praxisANSATZ Erstgespräch

5-Phasen-Modell · Risiken · Zeitplan · Kosten

Auf tomedo® wechseln — der Praxis-Leitfaden

Von Albis, Medistar, Turbomed, x.concept oder einer Cloud-Praxisverwaltung auf tomedo®: was übernommen wird, was nicht, welche Phasen es gibt und welche Risiken in jeder Phase lauern.

Kurz beantwortet

Wer auf tomedo® wechselt, durchläuft fünf Phasen: Bestandsaufnahme · Datenexport · Mapping · Test-Import · Live-Migration mit Stabilisierung. zollsoft hat eigene Migrations-Werkzeuge für die häufigsten Quell-Systeme (Albis, Medistar, Turbomed, x.concept, DURIA u.a.). praxisANSATZ begleitet die Praxis durch die fünf Phasen — von der Bestandsaufnahme bis zur ersten Quartalsabrechnung aus tomedo®. Typische Gesamtdauer: drei bis sechs Monate.

Aus welchen PVS wechseln Praxen auf tomedo®?

Der deutsche PVS-Markt wird von der CGM-Familie dominiert (Albis, Medistar, Turbomed, CGM M1 PRO — zusammen über 40 % Marktanteil). Danach folgen DURIA / x.concept (Hausärzte) sowie eine Reihe kleinerer und neuerer Systeme (Doctolib/Vita, DocCirrus, RED Medical, Quincy, Elefant). Praxen, die auf tomedo® wechseln, kommen typischerweise aus diesen Quellen:

Quell-PVS Typische Praxis Export-Standard
Albis (CGM)Hausarzt / FacharztBDT + Albis-Export-Modul
Medistar (CGM)Hausarzt, Hannover-RaumBDT + Medistar-Export
TurbomedInnere, Allg.med., OrthoBDT + Turbomed-Datentransfer
x.concept / DURIAHausarzt (Genossenschaft)BDT
Doctolib / VitaCloud-basiert, neu im DE-MarktCSV (rudimentär)
DocCirrusModulare Cloud-PraxisJSON-Export
RED MedicalOnkologie / PraxisklinikSQL-Dump auf Anfrage
Quincy, Elefant, CharlySpezial-Praxen (Therapie, Zahn)BDT, eigene Tools

BDT (Behandlungsdaten-Transfer) ist der KBV-genormte Datenstandard — fast jedes deutsche PVS exportiert nach BDT. Für detailliertere Migrationen nutzen zollsoft-Importer zusätzlich XML-Exporte oder (mit Genehmigung) direkten Datenbank-Zugriff.

Das 5-Phasen-Modell des Wechsels

Strukturierter Ablauf, der die typischen Risiken einer PVS-Migration adressiert. praxisANSATZ und zollsoft fahren dieses Modell mit kleinen Variationen pro Praxis.

Phase 0 — 1–2 Wochen

Bestandsaufnahme

Welches Alt-System, welche Version, welche Module sind aktiv? Patientenzahl als Volumen-Faktor (unter 2.000 = klein, 2.000–10.000 = mittel, über 10.000 = groß). Spezialdaten: DMP-aktive Patienten, Labor-Anbindungen, DICOM-PACS, Selektivverträge, Privatabrechnung. Wichtig: Vertragsendezeit des Alt-Systems klären (oft 36-Monats-Verträge; vorzeitige Kündigung kostet).

Phase 1 — ca. 1 Woche

Datenexport

Export-Datei vom Alt-System anfordern: BDT (Standard), GDT (für Geräte-Daten), XML, CSV oder bei Cloud-PVS API-Exporte. Validierung auf Vollständigkeit — alle Patienten und Karteieinträge drin? Test-Patient (z. B. Praxisinhaber:in selbst) durchgehen. Termin vor Vertragsende setzen, sonst keine Daten mehr.

Phase 2 — 1–2 Wochen

Mapping

Feldzuordnung Alt-System → tomedo®. Insbesondere ICD-Diagnose (Versions-Drift zwischen Alt- und Neusystem), Verordnungs-Historie, DMP-Status, Privatleistungen. Mapping-Sheet erstellen und mit der Praxis abstimmen. Sonderfall: Freitext-Karteieinträge machen oft 30–50 % des Datenvolumens aus und werden meist 1:1 als Freitext übernommen.

Phase 3 — 1–2 Wochen

Test-Import

zollsoft führt eine Test-Migration auf einem Test-tomedo-Server durch. Die Praxis prüft 20–30 Stichproben-Patienten. Mapping-Anpassungen nach dem ersten Lauf, erneuter Test. Mindestens zwei Test-Iterationen vor der Live-Migration — das ist die wichtigste Risiko-Absicherung.

Phase 4 — 1–3 Tage Live + 4–6 Wochen Stabilisierung

Live-Migration und Stabilisierung

Die Praxis schließt am letzten Freitag mit dem Alt-System. Über das Wochenende: Datenexport, Import, finale Validierung. Montag: Praxis startet mit tomedo®. zollsoft-Support und praxisANSATZ-Begleitung stehen vor Ort oder remote bereit. Das Alt-System bleibt als Read-Only-Referenz verfügbar — typisch auf einem stillgelegten Rechner — falls bei einzelnen Karteivorgängen nachgesehen werden muss. Erste Quartalsabrechnung aus tomedo® bekommt besondere Aufmerksamkeit.

Was wird übernommen, was nicht?

Standardmäßig übernommen werden:

  • Patienten-Stammdaten (Name, Adresse, Versicherung, Geburtsdatum, Telefon)
  • Diagnosen (ICD-10-Codes mit Sicherheitskennzeichnung)
  • Karteikarten-Einträge (Befunde, Anamnesen, Therapien — oft als Freitext)
  • Medikamentenverordnungen und Dauerverordnungen
  • Quartals-Abrechnungs-Historie (Scheine, Leistungen)
  • DMP-Daten (über eDMP-XML, separater Export)
  • Briefe und Dokumente (als PDF-Anhang an die jeweilige Patientenakte)

Nicht 1:1 übernommen wird typischerweise:

  • DICOM-Bilder — bleiben im bestehenden PACS, tomedo® bindet sich nur neu an
  • Termin-Historie — BDT enthält keine Termine; Vergangenheit geht meist verloren
  • Privat-Liquidationen — oft nur unvollständig im Export, fließen als PDF-Anhang in die Kartei
  • Proprietäre Befund-Formate einzelner Diagnostikgeräte — werden in Phase 2 individuell besprochen

8 Stolperfallen beim PVS-Wechsel

Diese Fragen tauchen bei jeder Migration auf — wer sie vorher adressiert, vermeidet böse Überraschungen am Live-Wochenende:

  1. Stammdaten-Dubletten aus dem Alt-System.
    Patient:innen existieren häufig doppelt (verschiedene Schreibweisen, verschiedene Versicherungen). Lösung: Dubletten-Bericht vor Export aus dem Alt-System ziehen — in der gewohnten Software ist das einfacher als nachträglich in tomedo®.
  2. ICD-Diagnose-Versions-Drift.
    Alt-System nutzt eine ältere ICD-Version als tomedo®. zollsoft-Importer machen das Mapping oft automatisch, aber eine Stichprobe (50 Patienten manuell) ist Pflicht.
  3. Karteieinträge im Freitext (30–50 % des Datenvolumens).
    Unstrukturierte Texte werden 1:1 als Freitext importiert. Praxisbearbeitung kann später strukturieren — oft akzeptiert die Praxis das Volumen 1:1.
  4. Privat-Liquidationen nur unvollständig.
    Alt-System exportiert GOÄ-Leistungen oft nur teilweise. Pragma: PDF-Druck der Privat-Abrechnungs-Historie und als Anhang in der Kartei. Aktuelle Forderungen separat.
  5. DICOM-Bilder bleiben im alten PACS.
    PACS-Migration ist ein separates Projekt (hohe Datenmengen). Pragma: PACS bleibt bestehen, tomedo® bekommt nur eine neue DICOM-Anbindung.
  6. Termin-Historie ist im BDT nicht enthalten.
    Termine der Vergangenheit gehen meist verloren. Wer das Kalender-Tracking weiter braucht, exportiert die Termin-Tabelle separat (Praxis-spezifisches Export-Tool) — oft nicht der Aufwand wert.
  7. eDMP-Daten brauchen Sonder-Export.
    DMP-Daten (Diabetes, KHK, COPD u.a.) haben ein eigenes Format (eDMP-XML). Pflicht-Export bei DMP-aktiven Patient:innen — separat zur normalen BDT-Datei.
  8. Vertragsendezeit des Alt-Systems verpassen.
    Häufigster Migrations-Fehler: Vertragsende wurde nicht beachtet, vorzeitige Kündigung kostet 1–2 Jahresgebühren des Alt-Systems. Wir klären das in Phase 0 explizit.

Zeit- und Kostenrahmen

Typische Gesamtdauer: drei bis sechs Monate von Vertragsunterzeichnung bis stabiler tomedo®-Betrieb. Das tomedo-Vorbereitungs-Paket (drei Monate remote-Vorlauf in einer eigenen Test-Umgebung) deckt Phasen 0 bis Mitte 3 ab und macht den Wechsel planbar.

Kosten setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

  • zollsoft-Migrations-Service: 3.000–8.000 € je nach Quell-System und Praxisgröße
  • praxisANSATZ-Begleitung: Beratungs- und Hyper-Care-Stunden über die fünf Phasen, stundenbasiert kalkuliert
  • Apple-Hardware: wenn die Praxis bisher Windows-basiert war — Mac-Server, Arbeitsplätze, iPads. Bei bestehendem Apple-Stack oft Übernahme möglich.

Konkretes Initial-Angebot in fünf Minuten über den Kostenrechner (Vorauswahl „komplett" für Vollprojekt inklusive Wechsel-Begleitung).

Was übernimmt praxisANSATZ im Wechsel?

Wir sind tomedo® Professional Partner der zollsoft GmbH. In der Migration arbeiten zwei Parteien zusammen:

  • zollsoft liefert die technischen Import-Werkzeuge (eigene Importer für die häufigsten Quell-Systeme), führt den Test- und Live-Import durch.
  • praxisANSATZ übernimmt Beratung und Begleitung: Bestandsaufnahme in Phase 0, Mapping-Abstimmung in Phase 2, Stichproben-Validierung in Phase 3, Vor-Ort- oder Remote-Präsenz am Live-Wochenende, Hyper-Care in der Stabilisierungs-Phase.

Die Praxis hat einen festen Ansprechpartner bei praxisANSATZ über den gesamten Wechsel — keine wechselnden Berater pro Phase. Wer wir sind und wer ggf. dein:e Ansprechpartner:in wird, steht auf /team.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein PVS-Wechsel auf tomedo®?

Je nach Praxisgröße und Komplexität typisch drei bis sechs Monate von Vertragsunterzeichnung bis zum stabilen Betrieb. Das Vorbereitungs-Paket (3 Monate remote-Vorlauf) deckt Phase 0 bis Mitte Phase 3 ab. Die Live-Migration selbst läuft an einem Wochenende; die Stabilisierung dauert weitere 4–6 Wochen.

Aus welchen PVS migriert praxisANSATZ regelmäßig?

Aus den deutschen Mainstream-Systemen (Albis, Medistar, Turbomed, x.concept/DURIA), aus Cloud-Systemen (Doctolib, DocCirrus, RED Medical) und aus Spezialsystemen wie Quincy oder Charly. zollsoft hat eigene Importer für die häufigsten Quell-Systeme; praxisANSATZ begleitet die Praxis durch den Prozess.

Was wird beim Wechsel auf tomedo® nicht übernommen?

Vollständig 1:1 selten alles. Nicht im Standard-Lieferumfang: DICOM-Bilder (bleiben im PACS), proprietäre Befund-Formate einzelner Diagnostikgeräte, vollständige Termin-Historie (BDT enthält keine Termine), Privat-Liquidations-Detail-Felder. Diese Lücken werden in Phase 2 (Mapping) konkret benannt und abgesprochen.

Was kostet ein Wechsel auf tomedo®?

Drei Komponenten: (1) zollsoft-Migrations-Service typisch 3.000–8.000 € je nach Quell-System und Praxisgröße; (2) praxisANSATZ-Begleitung über Beratungs- und Hyper-Care-Stunden; (3) neue Hardware (Apple-Stack), falls die Praxis bisher Windows-basiert war. Den konkreten Rahmen liefert der Kostenrechner unter praxisansatz.de/tomedo-kosten.

Geht der Betrieb während der Migration weiter?

Die Phasen 0–3 laufen parallel zum normalen Praxisbetrieb. Die Live-Migration selbst (Phase 4) erfolgt am Wochenende; typisch sind 3–4 Schließtage rund um den Stichtag. In der Stabilisierungs-Phase bleibt das Alt-System Read-Only verfügbar, damit Karteivorgänge bei Bedarf nachgelesen werden können.

Was passiert mit Selektivverträgen und DMP-Daten?

DMP-Daten haben ein eigenes Format (eDMP-XML); zollsoft-Importer können sie einlesen, das ist Pflicht-Export bei DMP-aktiven Patienten. Selektivverträge werden in tomedo® neu eingerichtet (die Kassen-Verträge sind die gleichen, die Konfiguration läuft jedoch anders). Wir sammeln in Phase 0, was an Verträgen aktiv ist, und bauen es in Phase 2 strukturiert in tomedo® nach.

Strukturierter Wechsel — keine Sprungaktion

Ein PVS-Wechsel ist eine der größten organisatorischen Investitionen einer Arztpraxis. Wer das in drei bis sechs Monaten geordnet durchzieht, vermeidet die typischen Migrations-Fallen (Datenverlust, Quartalsabrechnungs-Probleme, MFA-Frust). tomedo® mit dem zollsoft-Migrations-Toolset plus die praxisANSATZ-Begleitung ist ein etabliertes Vorgehen — wir haben das in über 100 Praxen gemacht.

PVS-Wechsel auf tomedo® planen? Strukturiert, mit festem Ansprechpartner.