Hardware-Firewall · KBV §75b · IPsec zur TI · WireGuard · Multi-Standort · Firewall-Migration
Praxis-Firewall in der Arztpraxis.
Hardware-Firewall nach KBV-Richtlinie, TI-Anbindung per IPsec, VPN für Techniker und Filialen, sanfte Migration aus bestehenden Setups — zentral gewartet, sauber dokumentiert.
Kurz beantwortet
praxisANSATZ ist der DACH-Spezialist für die Installation und den Betrieb von tomedo® in Arztpraxen und tomedo® Professional Partner — wir setzen konsequent auf einen einheitlichen Praxis-Firewall-Stack: Hardware-Firewall, KBV §75b-konform, zentral per Ansible konfiguriert. IPsec für die TI, WireGuard/OpenVPN für Techniker und Multi-Standort-Praxen, DNS-Filter und Netzwerk-Segmentierung serienmäßig. Migration aus bestehenden Firewall-Setups in 1–2 Wartungsfenstern.
Warum eine richtige Praxis-Firewall
Eine Praxis-Firewall ist seit der KBV-IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 75b SGB V Pflicht — eine Fritz!Box oder Provider-Router reicht nicht. Die Frage ist: Wie sieht eine sinnvolle Praxis-Firewall-Architektur aus, und wer kümmert sich darum?
Drei Prinzipien, nach denen wir bei praxisANSATZ Firewalls einrichten:
- Etablierte Standards statt Eigenbauten. Wir setzen Firewall-Lösungen ein, die in unserem Kunden-Park über viele Jahre erprobt sind. Welche konkrete Hardware passt, besprechen wir pro Praxis — wichtiger ist, dass die Lösung in unsere Wartungs-Pipeline integriert ist.
- Zentrale Konfiguration per Ansible. Wir pflegen alle Firewall-Geräte unserer Praxen als Inventar in unserer MSP-Plattform. Konfigurations-Drift wird wöchentlich geprüft, Korrekturen laufen automatisiert — keine manuellen Maustouren durch ein Vendor-Webinterface.
- Updates über Test-Stage. Sicherheits-Updates laufen erst auf einer Stage-Box bei uns, bevor sie in die Praxis kommen. Wir wollen vermeiden, dass ein Update am Donnerstagmorgen die Praxis lahmlegt.
Was eine Praxis-Firewall leistet
Eine moderne Praxis-Firewall hat nicht mehr nur die Aufgabe, „Internet rauszulassen und Angriffe drinzuhalten". Sie ist Netzwerk-Drehscheibe für sechs unterschiedliche Aufgaben:
Pflicht-Kern
Praxisnetz schützen
Stateful-Firewall mit definierten Regelwerken. Praxis-Server und Arbeitsplätze sind vom Internet getrennt, eingehende Verbindungen blockiert.
TI
Telematik-Anbindung
IPsec-Tunnel zur Telematikinfrastruktur. Die Firewall terminiert den Tunnel und routet TI-Daten sauber an Kartenleser, Konnektor und PVS — segmentiert vom restlichen Praxisnetz.
Fernwartung
VPN für Techniker
WireGuard- oder OpenVPN-Tunnel mit Client-Zertifikat. Kein offener Port nach außen, keine TeamViewer-Lizenz, keine VNC-Forwards. Zugriff dokumentiert und kontrolliert.
Multi-Standort
Filialen-VPN
Site-to-Site-Tunnel zwischen Standorten einer BAG oder eines MVZ. Praxisnetze sind verbunden, tomedo® läuft zentral, Backups laufen über den Tunnel.
DNS
DNS-Filter und Werbeblockade
DNS-Resolver mit Block-Listen — schützt vor Phishing-Domains, Tracking-Servern und bekannten Malware-Seiten. Werbung im Browser nimmt deutlich ab.
Segmentierung
Getrennte Netze
Praxis / TI / WLAN-Mitarbeiter / WLAN-Gäste laufen in separaten VLANs. Ein kompromittiertes WLAN-Gäste-Gerät kann das Praxisnetz nicht erreichen.
KBV-Sicherheitsrichtlinie nach § 75b SGB V
Die KBV-IT-Sicherheitsrichtlinie verlangt seit 2021 von jeder niedergelassenen Praxis ein definiertes Mindestniveau an IT-Sicherheit. Eine Hardware-Firewall ist eine der Pflicht-Komponenten.
Unsere Standard-Praxis-Firewall erfüllt die Pflicht-Anforderungen vollständig:
- Stateful Inspection — Verbindungen werden zustandsbehaftet überwacht, nicht nur paketweise.
- Definierte Regelwerke — pro Netz-Segment dokumentiert, was rein darf und was raus.
- IDS/IPS — optional, für Praxen mit erhöhtem Schutzbedarf (z.B. spezialärztliche Praxen mit besonderer Patientendaten-Sensibilität).
- Logging — wer hat wann was versucht — nachvollziehbar für Audit + Vorfalls-Untersuchung.
- VPN-Module — verschlüsselte Fernzugänge nach Stand der Technik.
Die praxisANSATZ-Standardkonfiguration ist auf die KBV-Pflicht zugeschnitten. Sie müssen keine Compliance-Regeln selbst zusammenstellen — der Stack kommt vor-konfiguriert, wir dokumentieren Abweichungen pro Praxis.
TI-Anbindung per IPsec
Die Telematikinfrastruktur wird per IPsec-Tunnel an die Praxis-Firewall angebunden. Vorteile dieser Architektur:
- Saubere Routing-Trennung. TI-Routen werden zentral auf der Firewall gepflegt — Praxis-Clients sprechen mit Standard-Gateway, die Firewall entscheidet, was an die TI geht und was nicht.
- Multi-Standort-tauglich. Bei BAG- und MVZ-Setups registrieren wir die Cloud- bzw. Filial-Subnetze beim TI-Konnektor. Alle Standorte greifen zentral auf TI zu, ohne pro Standort einen eigenen Konnektor zu brauchen.
- Sichtbar im Logging. Wenn TI-Karten nicht lesen, sehen wir im Firewall-Log, ob der IPsec-Tunnel steht, ob Pakete fließen, wo es klemmt — und sparen die typische Anbieter-Ping-Pong-Schleife (siehe Komplettbetreuung-Pillar).
VPN-Setup für Techniker und Multi-Standort
praxisANSATZ-Techniker greifen ausschließlich über Zertifikats-VPN auf Praxis-Systeme zu. Pattern:
- OpenVPN mit Client-Zertifikaten — der bewährte Stack, läuft auf jedem Mac/Linux/Windows-Techniker-Gerät.
- WireGuard für moderne Setups — schneller, einfacher zu auditieren, in neueren Firewall-Generationen Standardprotokoll.
- Push-Routes nur zu den nötigen Subnetzen — kein Vollzugriff auf das gesamte Praxisnetz, nur auf die Server-VLANs.
- Audit-Logging — wer wann eingewählt war, dokumentiert.
Für Multi-Standort-Praxen (BAG, MVZ, Filialen) läuft Site-to-Site-VPN zwischen den Firewall-Boxen. tomedo®-Server kann zentral an einem Standort stehen, die anderen Filialen greifen transparent über das VPN zu. Auch Backups laufen über den Tunnel — kein zusätzliches NAS pro Standort nötig.
Migration aus bestehenden Firewall-Setups
Viele Praxen haben historisch gewachsene Firewall-Setups — oft mit der ersten PVS-Installation mitgekommen. Über 20 Praxen wurden bereits sauber auf unseren Standard-Stack migriert. Der Ablauf ist standardisiert und dauert typisch 1–2 Wartungsfenster:
- Bestehende Konfiguration auslesen. Wir inventarisieren Regelwerk, VPN-Profile, TI-Routen, DNS-Konfiguration komplett.
- 1:1-Abbildung auf unseren Standard-Stack. Bestehende Regeln werden übersetzt — IP-Schema bleibt erhalten, damit Praxis-Geräte keine Anpassung brauchen.
- Parallel-Test. Neue Firewall läuft parallel, wir testen TI-Anbindung, VPN-Zugänge, Internet, DNS — alles ohne Praxis-Eingriff.
- Cutover im Wartungsfenster. Typisch Mittwoch-Nachmittag oder Wochenende. Kabel umstecken, Backup- Konfiguration aktiv, Tests im Live-Betrieb.
- Alte Firewall geht außer Betrieb. Hardware zurück an den bisherigen Anbieter oder still gelegt. Neue Hardware ist eine Appliance, passend zur Praxisgröße.
Wartung der Praxis-Firewall durch praxisANSATZ
Alle Firewall-Geräte werden zentral über unsere MSP-Plattform gewartet — Ansible für Konfigurations-Management, Headscale für sicheren Backbone-Zugang.
- Monatliche Sicherheits-Updates — getestet auf einer Stage-Box, dann gerollt.
- Wöchentlicher Drift-Check — Soll-Konfiguration im Inventar vs. Ist-Zustand am Gerät; Abweichungen werden korrigiert.
- Backup der Konfiguration — täglich, verschlüsselt, off-site.
- Hardware-Tausch bei Defekt — Ersatzgerät mit identischer Konfiguration in 1–2 Werktagen.
- Logging-Auswertung — Auffälligkeiten landen im Monitoring, kritische Events lösen Hotline-Eskalation aus.
Die Wartung läuft komplett im Rahmen der Servicevereinbarung — keine zusätzlichen Stundenpakete, kein Update-Aufschlag.
Was die Praxis-Firewall NICHT macht
Ehrlichkeit gehört dazu:
- Endpoint-Schutz — Antivirus, EDR und Verhaltens-Erkennung auf dem einzelnen Mac oder PC laufen NICHT auf der Firewall. Dafür haben wir SentinelOne als Arbeitsplatzschutz (KBV-Pflicht).
- Mail-Filter — Phishing- und Spam-Filter laufen beim Mail-Anbieter (Google Workspace, M365, kdrei), nicht in der Firewall.
- Backup — die Firewall ist nicht Ihre Datensicherung. Backup läuft nach 3-2-1-Regel über NAS + Off-Site (siehe Praxis-IT-Konzept).
- Identity-Management — Benutzerverwaltung für tomedo® oder Apple-Geräte läuft separat (über tomedo®-Benutzerverwaltung bzw. MDM-light).
Die Praxis-Firewall ist die Netzwerk-Drehscheibe — andere Sicherheits-Komponenten ergänzen sie, ersetzen sie aber nicht.
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